Warum Stil für mich soviel mehr ist als Kleidung

Wenn ich gefragt werde, was ich beruflich mache, antworte ich meist: Ich bin Typ- und Image­ber­a­terin.
Doch was steckt da wirklich dahinter?

Eine Farb- und Stilber­atung? Ja, das auch. Aber für mich wäre das zu oberflächlich erklärt, denn es beschreibt nur einen Teil meiner Arbeit.
Farb- und Stilber­atung sind Werkzeuge, wenn ich Frauen dabei begleite, ihre Persön­lichkeit auch nach außen zu tragen mit Farben, Kleidung, Propor­tionen, Frisur, Brille und Make-up. Das was unbedingt noch dazu gehört ist ein genauer und bewusster Blick, der den Menschen als Ganzes sieht.

Ausstrahlung beginnt für mich nicht mit dem Sortieren des Kleider­schrankes. Die Persön­lichkeit gehört für mich ganz selbstver­ständlich in den Prozess der Stilen­twicklung. Denn Stil beginnt bei dir.
Das ist übrigens auch der Titel des Buches, an dem ich gerade schreibe.

Jede Frau bringt ihre eigene Schönheit mit

Viele Frauen kommen zu mir, weil sie mitten in einem Verän­derung­sprozess sind. Sie spüren, dass sich auch im Außen etwas verändern darf, und wünschen sich zum Beispiel eine Kleidung, die auch zu ihrem neuen Lebens­gefühl passt.
Gleichzeitig sind sie unzufrieden mit ihrer Figur, wünschen sich ein paar Kilo weniger oder denken, sie seien zu klein, zu groß, zu alt oder zu unscheinbar. Oft lehnen sie ihren verän­derten Körper ab, weil er nicht oder nicht mehr dem vermeintlichen Idealbild der Gesellschaft entspricht. Dazu kommen Glaubenssätze, die sie schon lange begleiten und deren Einfluss ihnen häufig gar nicht bewusst ist.

Was vielen Frauen fehlt – weil sie es nie vermittelt bekommen oder verlernt haben – ist ein neutraler und wohlwol­lender Blick auf sich selbst. Ein Blick, der nicht zuerst nach dem sucht, was vermeintlich falsch ist, stattdessen aber die Beson­der­heiten und die Individ­u­alität eines Menschen wahrnimmt.
Und genau das ist allein oft gar nicht so leicht. 

Wir betra­chten uns nie völlig neutral. Erfahrungen, Prägungen, Glaubenssätze und der eigene kritische Blick wirken wie ein Filter und beein­flussen, was wir im Spiegel wahrnehmen. 

Ein geschulter Blick von außen kann helfen, die Perspektive zu erweitern und Dinge zu entdecken, die man selbst längst nicht mehr oder noch nie so gesehen hat.

Ein persön­licher Stil entwickelt sich nicht einfach nebenbei. Er braucht Zeit für die Beschäf­tigung mit sich selbst und mit Fragen wie: Wer bin ich? Was gefällt mir wirklich? Wie möchte ich mich fühlen und wie möchte ich wirken? 

Je besser eine Frau sich selbst kennt, desto sicherer kann sie auch entscheiden, was zu ihr passt. Und brauchst sie sich weniger an Regeln, Trends oder den Erwartungen anderer orien­tieren.

Ich sehe meine Aufgabe deshalb nicht darin, Frauen zu verändern oder umzustylen. Ich möchte sie dabei unter­stützen, sich selbst bewusster wahrzunehmen, den Blick stärker auf ihre schönen Seiten zu richten und ihre Persön­lichkeit in die Entwicklung ihres eigenen Stils einzubeziehen.
Denn manchmal beginnt guter Stil tatsächlich damit, sich selbst wieder wichtig genug zu nehmen, um genauer hinzuschauen.

Mein Blick fürs Detail hat einen besonderen Ursprung

Bevor ich Typber­a­terin wurde, habe ich als Florist­meis­terin viele Jahre Frauen in ihrer Umschulung zur Floristin in Theorie und Praxis begleitet.
In dieser Zeit konnte ich mein Wissen über Farben und ihre Kombi­na­tionen, Formen, Propor­tionen, Materi­alien, Texturen, Kontraste und harmonische Gestaltung immer weiter vertiefen.

Eine Blüte wirkt allein schon wunderbar, denn an ihr selbst ist alles im Zusam­men­spiel. Durch die Kombi­nation mit anderen Blüten, Blättern oder Gräsern kann ihre Wirkung zusät­zlich beein­flusst und bewusst verstärkt werden.    Das Gespür dafür, was eine Blüte für ihre beste Wirkung braucht, konnte ich Tag für Tag trainieren wie einen Muskel.

Und da ein Strauß im Idealfall nicht nur in sich stimmig ist, sondern auch zum Anlass und zu der Person passen sollte, die ihn geschenkt bekommt, habe ich mich schon damals mit unter­schiedlichen Persön­lichkeiten und Stiltypen beschäftigt.

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Diesen Blick und dieses Wissen bringe ich heute in meine Beratungen ein. Mir fällt es leicht, die Persön­lichkeit eines Menschen zu erspüren und gemeinsam mit ihm herauszuar­beiten, welche Farben, Formen, Propor­tionen und Materi­alien diese Persön­lichkeit besonders gut unter­stützen.

Wie bei Blumen – sei es die Sonnen­blume, die Orchidee oder das Gänse­blümchen – hat auch jeder Mensch seine ganz eigene Wirkung. Durch Kleidung kann diese Wirkung verstärkt werden, und Propor­tionen lassen sich harmonisch ausgle­ichen.
Mensch, Persön­lichkeit und Kleidung wirken immer als Ganzes.

Innen und Außen gehören zusammen

Kleidung ist wie eine Sprache und erzählt etwas über die Persön­lichkeit, über Werte und die innere Haltung.
Deshalb beginne ich auch nie direkt mit den Farbanaly­setüchern oder Stiltipps. Ich beginne mit dem Menschen, nehme seine Ausstrahlung und Persön­lichkeit wahr und stelle viele Fragen. Daraus entsteht ein konkreter Arbeit­sauftrag, an dem wir uns während der Beratung orien­tieren können. 

Auf dieser Grundlage schauen wir dann gemeinsam nach den Farben, Schnitten, Mustern und Materi­alien, die zur Person und zur gewün­schten Wirkung passen.
Wenn Innen und Außen gut zusam­men­spielen, entsteht eine Wirkung, die sich manchmal nur schwer in Worte fassen lässt und dennoch deutlich wahrnehmbar ist: Stimmigkeit.
Übrigens: Modetrends haben an dieser Stelle zunächst keinen Platz.

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