Vera Löwe präsentiert:

Warum schon das Wort „Kleiderschrank“ bei vielen Frauen für schlechte Laune sorgt

Es gibt Wörter, bei denen sofort Bilder im Kopf entstehen:

Urlaub, Frühling, Lieblings­blumen…

Und dann gibt es das Wort: Kleider­schrank.
Es gibt Wörter, bei denen sofort Bilder im Kopf entstehen.

Schon wenn dieses Wort in einem Gespräch ganz nebenbei aufploppt, verändert sich die Stimmung. Manche Frauen lachen verlegen, andere verdrehen die Augen, wieder andere holen tief Luft oder winken sofort ab – als hätte ich gerade eine besonders unangenehme Aufgabe angekündigt.

Ich muss dann oft schmunzeln. Noch habe ich nichts vom Aufräumen gesagt, nichts vom Aussortieren und auch nicht von Ordnung. Es fiel lediglich dieses eine Wort – und schon merke ich, dass ich einen empfind­lichen Nerv getroffen habe.

Warum löst ausgerechnet der Kleider­schrank so viele Gefühle aus?

Erstaunlich, oder? Schließlich reden wir doch nur über einen Schrank.

Zumindest glauben wir das. In Wirklichkeit geht es um viel mehr. Und genau das spüren wir. Deshalb trifft dieses Thema viele Frauen schmerzhaft mitten ins Herz.

Dein Kleiderschrank erzählt mehr über dich, als du vielleicht denkst

Nach vielen Jahren als Typ- und Image­ber­a­terin bin ich überzeugt, dass der Kleider­schrank  selten die eigentliche Baustelle ist. Er zeigt allerdings deutlich, was sich über viele Jahre angesammelt hat.

Er ist aber weit mehr als ein Ort, an dem Pullover, Blusen und Hosen hängen. Er erzählt Geschichten von Entschei­dungen, die du einmal getroffen hast, von Kleidungsstücken, die du voller Begeis­terung gekauft und anschließend kaum oder nie getragen hast.

Da hängt das schwarze Kostümchen aus der ersten Führungspo­sition. Daneben das Glitzerkleid für eine Hochzeit, das seit Jahren auf seinen nächsten großen Auftritt wartet. Die knallenge Lieblingsjeans von früher darf ebenfalls bleiben – man weiß ja nie, ob sie vielleicht doch eines Tages wie durch Zauberhand wieder passt. Und irgendwo dazwischen findet sich fast immer ein Teil, das im Sale einfach zu verlockend war.

Wenn ich gemeinsam mit einer Kundin die Schrank­türen öffne, begegnen mir oft mehrere Frauen gleichzeitig. Es scheint, als würden sich verschiedene Leben­sphasen morgens zu Wort melden.

Der Schrank erzählt von Erinnerungen, Hoffnungen und manchmal auch von der Frau, die sie einmal war, gern gewesen wäre oder vielleicht noch immer sein möchte.

Kein Wunder, dass das Anziehen morgens oft schon Kraft kostet, obwohl die Energie doch eigentlich für den Tag gebraucht wird.

Deshalb sehe ich einen Kleider­schrank nie als das eigentliche Problem. Er ist ein ehrlicher Spiegel und zeigt dir, wie klar dein Blick auf dich selbst im Moment ist.

Kleidung kauft niemand mit der Absicht, sie nie zu tragen

Ein spannender Gedanke, oder?

Keine Frau nimmt im Geschäft ein Kleidungsstück in die Hand und denkt: Das kaufe ich jetzt und lasse es anschließend zwei Jahre im Schrank hängen.

Wir kaufen, weil uns etwas gefällt. Weil die Verkäuferin so überzeugt war, weil die Freundin begeistert genickt hat und weil der Preis einfach unschlagbar mit seinem orange­far­benen „Sale-Schild“ gewunken hat.

Und manchmal hoffen wir, dass genau dieses Kleidungsstück uns endlich zu der Frau macht, die wir gern sein möchten. Jedes einzelne Teil hat in diesem Moment auch seine Berech­tigung.

Erst viele Jahre später entsteht daraus ein Schrank, der aus allen Nähten platzt – und trotzdem morgens das Gefühl hinter­lässt, nichts Passendes zum Anziehen zu besitzen.

Ordnung beginnt im Kopf

Den Satz kennst du sicher: „Ich müsste meinen Kleider­schrank dringend mal ausmisten.“

Und genau an dieser Stelle beginnen viele Frauen mit großem Elan. Sie kaufen neue Boxen, falten T‑Shirts nach einer ausgek­lügelten Methode, sortieren Blusen nach Farben oder beschriften ihre Schrank­fächer mit bunten Etiketten.

Das sieht eine Zeit lang wunderbar aus. Doch oft kehrt das Chaos schneller zurück, als einem lieb ist.

Ein stimmiger Kleider­schrank entsteht nämlich nicht durch das perfekte Ordnungssystem.

Entscheidend ist, dass die Kleidung darin wirklich zu dir passt, dass jedes Teil seinen Platz verdient hat und sich mit den anderen gut kombinieren lässt. Erst dann fühlt sich dein Kleider­schrank so richtig nach dir an.

Deshalb lohnt sich ein Blick hinter die Kleiderbügel

Wenn du deinen Kleider­schrank nur neu sortierst, schaffst du meist auch nur für kurze Zeit Ordnung.

Spannend wird es, wenn du dir beim Aussortieren ein paar ehrliche Fragen stellst.

  • Warum hängt dieses Kleidungsstück eigentlich noch hier?
  • Ziehe ich es wirklich gern an oder gefällt mir nur der Stil?
  • Passt es noch zu meinem Leben heute?
  • Passt es zu meiner Persön­lichkeit?
  • Zeigt es die Frau, die ich heute bin?

Diese Fragen sind oft viel wertvoller als die Entscheidung, welcher Pullover auf welchen Stapel gehört.

Und dann gibt es die spannenden Frage, die deine volle Aufmerk­samkeit möchten:

  • Wie möchte ich wirken?
  • Wer bin ich heute eigentlich?
  • Welche Kleidung unter­stützt meine Persön­lichkeit?
  • Welche Farben bringen mich zum Strahlen?
  • Welche Schnitte schme­icheln meinem Körper – und welche versuche ich vielleicht nur zu tragen, weil ich einem Idealbild hinter­her­laufe?

Solange du diese Fragen unbeant­wortet lässt, wird jeder Einkauf ein kleines Exper­iment. Mal gelingt es und mal landet das neue Kleidungsstück nach kurzer Zeit ganz hinten im Schrank, weil es nie wirklich zu dir gepasst hat.

Das Männlein im Ohr

Höre einmal deinen Gedanken zu, denn beim Aussortieren begegnen dir sicherlich immer wieder alte Glaubenssätze wie:

  • „Schwarz macht schlank.“
  • „Dafür bin ich zu alt.“
  • „Das war so günstig, das musste ich einfach mitnehmen.“
  • „Wenn ich erst wieder ein paar Kilo abgenommen habe …“

Kommt dir einer dieser Sätze bekannt vor oder fällt dir gleich noch einer dazu ein?

Dann lade ich dich ein, beim nächsten Kleider­schrank-Check einmal nicht zuerst auf die Kleidung zu schauen, sondern auf deine Gedanken – beziehungsweise, was dir das Männlein wieder mal ins Ohr flüstert…

Nimm ein Kleidungsstück in die Hand und beobachte, welcher Satz als Erstes aufploppt.

Ist das wirklich deine eigene Überzeugung oder wiederholt dein Kopf etwas, das du irgendwann übernommen hast?

Vielleicht von deiner Mutter, von einer Verkäuferin, aus einer Modezeitschrift oder einfach deshalb, weil „man“ das eben so macht. (Wer ist eigentlich dieses „man“?)

Allein diese kleine Übung verändert oft schon den Blick auf den eigenen Kleider­schrank.

Klarheit verändert mehr als deinen Kleiderschrank

Es geht nicht darum, möglichst viele Säcke für die Kleider­spende zu füllen, sondern Schritt für Schritt klarer zu werden, wer du aktuell bist und wie du wirken und dich fühlen möchtest..

Mit jedem Kleidungsstück, das den Schrank verlässt, weil es nicht mehr zu dir passt, wird nicht nur ein Bügel frei.

Es entsteht mehr Leichtigkeit, mehr Überblick, mehr Gelassenheit und vor allem mehr Platz für die Frau, die du heute bist.

Eine Farb- und Stilber­atung kann diesen Weg deutlich verkürzen. Sie beant­wortet viele Fragen, für die andere jahrelang brauchen. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass jede Frau den ersten Schritt selbst gehen kann.

Genau deshalb habe ich meine Kleider­schrank-Check­liste „Mit System zum Wohlfüh­lk­lei­der­schrank“ entwickelt. Sie begleitet dich Schritt für Schritt durch deinen Kleider­schrank und hilft dir dabei, Zusam­men­hänge zu erkennen und mehr Klarheit für deine Kleidung und deine Wirkung zu gewinnen – ganz ohne Druck und ohne Perfektion.

Denn darum geht es letztlich:Um einen übersichtlichen Kleider­schrank und dieses wunderbare Gefühl, morgens die Schranktür zu öffnen und zu denken:

Das hier bin ich.

Du möchtest tiefer in das Thema eintauchen?
Genau darum geht es auch in meinem Buch, das derzeit entsteht: STIL BEGINNT BEI DIR

Darin zeige ich Schritt für Schritt, wie Farben, Propor­tionen, Persön­lichkeit und Stil zusam­men­wirken und wie daraus ein Kleider­schrank entsteht, der sich wirklich nach dir anfühlt.

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