Vera Löwe präsentiert:

Warum eine Farbberatung allein nicht ausreicht

„Ich möchte endlich genau wissen, welcher Farbtyp ich bin.“  

Diesen Satz höre ich in fast jedem ersten Telefonge­spräch. Viele Frauen erzählen mir, dass sie sich schon lange mit diesem Thema beschäftigen. Sie haben dazu Bücher gelesen, unzählige Beiträge auf Instagram gesehen oder verschiedenste Online-Tests auspro­biert.

Zielführend war davon nichts. Zurück bleibt fast immer noch mehr Unsicherheit: Bin ich nun ein Frühling, Sommer, Herbst oder Winter? Bin ich eher doch ein Mischtyp? Welche Farben stehen mir wirklich und wie wirke ich authen­tisch – einfach so, wie ich wirklich bin? Der Wunsch nach Klarheit steht immer ganz oben.

Dieses Dilemma kann ich gut verstehen. Und eine Farbber­atung ist tatsächlich der erste Schritt auf dem Weg zu einem stimmigen Stil. Sie öffnet den Blick für Farben, die das Gesicht frischer wirken lassen, die Augen zum Leuchten bringen und die die eigene Ausstrahlung unter­stützen. Die Wirkung eines Menschen geht sehr stark von den Farben aus, der er trägt.

Und genau deshalb verlassen viele Frauen ihre erste Farbber­atung mit großer Begeis­terung. Sie kennen ihren Farbtyp, sortieren ihren Kleider­schrank aus und kaufen viel gezielter ein. Doch nach einigen Wochen taucht bei vielen dieselbe Frage auf: Warum fühlt sich manches trotz der richtigen Farben immer noch nicht richtig an?

Genau an dieser Stelle beginnt etwas, das viele überrascht.

Der Farbtyp ist nur die Überschrift

Natürlich bekommt jede Frau zum Abschluss ihrer Farbber­atung eine konkrete farbliche Einordnung.

Vielleicht ist sie ein Sommer- oder ein Wintertyp. Vielleicht trägt ihr Farbpass den Namen Light Spring oder Dark Autum.

Doch diese Bezeichnung ist nur ein Wort und ein Oberbe­griff, in dem bestimmte Farben und Kategorien wie warm – kühl – kalt – neutral, hell – mittelhell – dunkel oder leuchtend – klar – gedeckt nur erst einmal geclustert werden.

Selbst wenn zehn Frauen denselben Farbtyp haben, sehen sie ja in ihrer natür­lichen Farbgebung der Haare, Augen und Haut mehr oder weniger – aber dennoch immer unter­schiedlich aus.

Die Augen­farbe differen­ziert, die Haare wirken durch ihre Dicke verschieden und die Haut hat unter­schiedliche Merkmale. Und noch etwas ist anders: jeder Mensch ist mit ihrer Persön­lichkeit einzi­gartig. Wie soll ein Begriff – eine Schublade – diese Einzi­gar­tigkeit darstellen?

Jeder Mensch bringt seine Persön­lichkeit, seine Ausstrahlung, seine Kontraste und seine ganz eigene Wirkung mit. Ein Farbtyp kann dafür eine Orien­tierung sein. Mehr aber auch nicht.

Und genau deshalb können diese zehn Frauen niemals exakt dieselben Farben und erst recht nicht dieselbe Garderobe tragen.

Farben wirken nie allein

In meiner Beratung sprechen wir deshalb sehr früh darüber, dass eine Farbe niemals für sich allein steht.

Sie verändert sofort ihre Wirkung und Inten­sität durch das Material.

So erzählt ein glänzender weißer Seiden­stoff etwas anderes als ein grobes Leinengewebe oder eine zarte Spitze mit Blüten, auch wenn alle den gleichen Farbton haben.

Stoffe

Auch die Größe einer Farbfläche spielt eine Rolle. Ebenso die Kombi­nation mit anderen Farben, Mustern, Stoff­struk­turen oder Schmuck.

Und schließlich kommt noch etwas dazu, das viele Frauen zunächst gar nicht auf dem Schirm haben:

Wie werden die Farben Körper platziert? Denn dieselbe Farbe kann an einer anderen Stelle des Körpers eine völlig andere Wirkung entfalten.

Wo ist der Farbwechsel? Was passiert dadurch mit den Propor­tionen? Was wird verstärkt oder nimmt sich zurück?

Wie kann ich die von dir benötigten Kontraste am Körper wirkungsvoll einsetzen?

Wie kann ich Farbnu­ancen ausbal­ancieren , die vielleicht nicht exakt in deinem Farbfächer vorkommen?

Wie kann ich meine Farben gezielt auswählen, je nachdem, wie ich gerade wirken möchte?

Das eigentliche Aha-Erlebnis kommt oft später

Ich erinnere mich an eine Kundin, die im gemein­samen Telefonat nach ihrer Farbber­atung sagte: „Ich habe schon vieles mit Hilfe des Farbfächers aussortieren kennen, mein Focus im Geschäft liegt tatsächlich jetzt auf diesen Farben, ich bin mutiger im Kombinieren und sehe auch deutlich, was farblich unvorteilhaft für mich ist. Doch in vielen Outfits fühle ich mich trotz der richtigen Farben immer noch nicht wohl! Und mit dem Einkaufen tue ich mich immer noch sehr schwer.“

Einige Wochen später trafen wir uns dann zur Stilber­atung.

Wir arbeiteten mit ihrer farblich richtigen Kleidung und doch passierte etwas Unerwartetes für sie: Schon nach den ersten Kombi­na­tionen wurde ihr klar, dass gar nicht die Farben das Problem gewesen waren.

Ein Outfit ließ ihre Hüfte deutlich breiter erscheinen, obwohl jede einzelne Farbe perfekt zu ihr passte.

Bei einem zweiten Outfit wurden dieselben Farben anders verteilt. Der Farbwechsel lag im Taillen­bereich, statt an der Hüfte als ihre promi­nen­teste Stelle. Die Propor­tionen wirkten damit sofort harmonischer, ihre schmale Taille trat ganz selbstver­ständlich in den Vorder­grund und ihr großes Ärgernis „Bäuchlein“ entzog sich dem Focus.

Ihr Blick richtetet sich nicht mehr auf die einzelnen Farben, sondern auf das Gesamtbild im Spiegel.

Sie schaute hinein und sagte verblüfft: „Ich habe ja plötzlich gefühlt 5 Kilogramm weniger auf den Hüften! Jetzt verstehe ich erst, warum manches trotz der richtigen Farben nie gut ausge­sehen hat. Eigentlich ist es ja so einfach – warum sieht man das selbst nicht?“

Das ist der Moment, der für viele Frauen zu den größten Erken­nt­nissen ihrer gesamten Beratung gehört

Farbe und Stil gehören zusammen

Deshalb endet meine Arbeit nicht mit der Herausgabe eines Farbpasses.

Die Farbber­atung gibt erst einmal eine sehr gute Orien­tierung und schafft Klarheit.

Sie erklärt, warum manche Farben uns frischer, klarer oder lebendiger wirken lassen.

Die Stilber­atung baut genau darauf auf. Erst dort entsteht das Verständnis dafür, wie Farben am ganzen Körper wirken, wie Propor­tionen beein­flusst werden können und warum Kleidung mit einem Mal sehr stimmig wirkt, obwohl sich oft nur kleine Details verändert haben.

Erst wenn beides zusam­menkommt, entsteht Schritt für Schritt ein Stil, der sich wirklich nach der eigenen Persön­lichkeit anfühlt. Und gerade das ist der wichtigste Punkt: erst wenn die Persön­lichkeit mit Kleidung im außen sichtbar gemacht wird, entsteht Stimmigkeit, Ausstrahlung und Authen­tizität. Denn du bist einzi­gartig!

Woran erkennst du eine gute Farbberatung?

Wenn du eine Beratung buchen möchtest, lohnt es sich, vorher gut zu recher­chieren. Es ist wie beim Gärtnern. Die Pflanze zu kennen, reicht noch lange nicht aus. Erst wenn Standort, Licht und Pflege zusam­men­passen, kann sie ihre ganze Schönheit entfalten.

Erfrage deshalb: Wie arbeitet die Beraterin? Geht es ausschließlich darum, einen Farbtyp zu bestimmen? Oder unter­stützt sich dich, selbst zu erkennen, was Farben mit deinem Gesicht machen? Erklärt sie dir auch, warum Farben unter­schiedlich wirken, wie sie kombiniert werden und wie daraus später eine Garderobe entstehen kann?

Ein kurzes Telefonge­spräch verrät oft mehr als jede Preis­liste. Du bekommst ein Gefühl dafür, ob dich jemand auf deinem Weg begleitet oder dir am Ende lediglich einen Farbpass mit nach Hause gibt.

Farbe wirkt immer!

Eine Farbber­atung ist deshalb ein wunder­barer Anfang. Sie schenkt Klarheit, öffnet den Blick und verändert oft schon die Wahrnehmung auf das eigene Spiegelbild.

Der eigentliche Zauber entsteht jedoch erst dann, wenn Farben, Propor­tionen, Materi­alien, Persön­lichkeit und Ausstrahlung zusam­men­finden. Denn ein stimmiger Stil entsteht nicht dadurch, dass wir den Namen unseres Farbtyps kennen.

Er entsteht, wenn du verstehst, wie mit Farben, den richtigen Schnitten, wirkungsvollen Propor­tionen und dem zu dir passenden Stiltyp deine Persön­lichkeit sichtbar gemacht werden kann – ganz unabhängig von Trends, fremden Meinungen oder gut gemeinten Verkauf­stipps.

Und genau dann passiert etwas Schönes: Die Kleidung fühlt sich nicht mehr wie eine Entscheidung gegen oder für etwas an. Du entwickelst ein gutes Gespür für deinen Körper, wie du ihn vorteilhaft kleidest und hast ein Wissen, von dem du dauerhaft profi­tieren kannst.

Seinen Farbtyp zu kennen, ist ein wichtiger Anfang. Wirklich verstehen kann man die Wirkung der Farben allerdings erst, wenn sie am gesamten Köper gesehen werden und bewusst einge­setzt werden.

Wenn du bisher dachtest, eine Farbber­atung beant­wortet auch alle deine Stilfragen, hoffe ich, dass dieser Artikel dir gezeigt hat, warum sie erst der Anfang einer spannenden Reise ist. Vielleicht betra­chtest du deine Kleidung beim nächsten Anziehen schon mit einem etwas anderen Blick.

Du möchtest tiefer in das Thema eintauchen?
Genau darum geht es auch in meinem Buch, das derzeit entsteht: STIL BEGINNT BEI DIR

Darin zeige ich Schritt für Schritt, wie Farben, Propor­tionen, Persön­lichkeit und Stil zusam­men­wirken und wie daraus ein Kleider­schrank entsteht, der sich wirklich nach dir anfühlt.

Wenn du über den Erschei­n­ung­stermin informiert werden und zwischen­durch Einblicke hinter die Kulissen erhalten möchtest, kannst du dich hier unverbindlich in die Warteliste eintragen.

Brand Shootings & Visagistik mit Make-Up-Artist Vera Löwe

Das perfekte MakeUp für dein nächstes Shooting